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- Hilde Heindl
- 1. Vorsitzende
- Psychotherapeutin, Integrative Gestalttherapeutin
- www.psychotherapeutin.at
- Mali, meine Motivation
- Mali, ein Name, der in mir schon lange Fantasien und Sehnsüchte geweckt hat. Timbuktu und seine glänzende Vergangenheit, die
berühmte Lehmmoschee in Djenne, der breite Niger, der auf seinen Wassern so viele Pinassen und Pirogen trägt und die Fischer am
Ufer ernährt. Natürlich das berühmte Dogonland, in die Felswände der Falaise auf unglaubliche Weise gebaute Geschichte und Gegenwart.
- Dann fahre ich, mache eine ganz gewöhnliche Gruppenreise. Die junge Reiseleiterin lebt schon viele Jahre in Afrika, weiß sehr viel.
Verzaubert bin ich von Djenne, der Kraft dieses Ortes, der Lebendigkeit des Marktes, der Schönheit der Lehmmoschee und der
Freundlichkeit der Menschen. Der Ort ist Weltkulturerbe und vermittelt etwas Wohlhabenheit. Im Schatten einer Mauer nahe der Moschee
sitzen Kinder mit Holztafeln im Sand bei ihrem Lehrer. Auf den Holztafeln stehen Koransuren in arabischer Schrift. Die Kinder lernen sie
auswendig, obwohl sie sie nicht verstehen. Der Sinn wird ihnen erklärt, das Gedächtnistraining ist bemerkenswert. In den Seitengassen
treffe ich auf sehr jungen Mädchen, die in zerlumpten Kleidern stehend Hirse stampfen. Sie bewegen den langen hölzernen Stößel
rhythmisch auf und ab um die Hirse in dem hölzernen Kübel zu zerkleinern. Hirsestampfende Frauen und Mädchen treffen wir immer
wieder. Von Djenne fahren wir nach Mopti, eine Hafenstadt und der Umschlagplatz vieler Waren, unter anderem wird hier "das beste
Salz der Welt" gehandelt. Das Salz, das in der Sahara abgebaut wird und von Kamelen in Form großer Platten 16 Tage durch die Wüste
getragen wird. Die Tuareg verkaufen es dann.
- Wir fahren Tags darauf 4 Tage auf einer Pinasse den mächtigen Niger abwärts. Der Wasserstand des Nigers wechselt, in der Regenzeit
kann er bis zu 6 Meter hoch werden, in der Trockenzeit wird er so seicht, dass man die Pinassen stellenweise staken und sogar
schieben muss.
- Die Fischer, die die Regenzeit mit Kind und Kegel auf einer Pinasse überdauern, ziehen gerade wieder in ihre aufgetauchten
Dörfer am Flussufer ein. Es gibt Dörfer nicht weit vom Ufer, die das ganze Jahr über bewohnt sind.
- Beim Besuch eines Dorfes das Erste, das ich zu sehen bekomme, ist eine Frau, die mir die Hand hinhält. Die Hand ist angeschwollen,
entzündet, eitrig. Wahrscheinlich wird sie an der Blutvergiftung sterben. Viele Kinder in den Dörfern sind krank, Augen, Nasen und
Ohren vereitert, viele haben faustgroße Nabelbrüche. Das ist gar nichts, sagt der Tropenmediziner, dem ich das erzähle, sie wissen
überhaupt nicht, was es da alles an schlimmen Krankheiten gibt. Die Kinder laufen in ihrem Dorf herum, haben nichts zu tun. Bis zu
2 Jahren werden sie von den Müttern getragen und versorgt, bis acht Jahre sind sie mehr oder weniger sich selbst überlassen und
Selbstversorger. Dann sind sie groß genug für die Arbeit im Haus und am Feld.
- Während dieser Fahrt mit der Pinasse von Mopti nach Timbuktu ist in mit die Idee eines Lehrer- und Doktorschiffs entstanden,
das hier die medizinische Versorgung und die Alphabetisierung einleiten soll. Es ist auch für uns zumindest eine Peinlichkeit, wenn in
einem Land auf dieser unserer Erde nur 20 bis 30% der Bevölkerung lesen und schreiben lernen darf und die durchschnittliche
Lebenserwartung bei 46 Jahren liegt. Wie so oft sind auch hier Mädchen und Frauen noch mehr vom Lernen ausgeschlossen.
- Dort, wo die Infrastruktur fehlt, fehlt es an vielen elementaren Selbstverständlichkeiten. An zwei Eckpfeilern der Basisversorgung,
an Bildung und medizinischer Grundversorgung, soll mit diesem Projekt ein paar Zentimeter weitergebaut werden. Und vielleicht finden
wir sogar Nachahmer. Es würde uns sehr freuen.