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- Die beiden Mohammeds fanden Liesl und mich in Timbuktu. Wir spazierten durch die Stadt als uns Mohammed, der Soraj, auf Englisch
ansprach. Sein Englisch war noch schlechter als mein Französisch. Englisch hatte er von Touristen gelernt, und er hatte für uns Touristinnen
auch eine schöne Geschichte auf Lager: er sei der einzige Sohn alter und kranker Eltern. Mit dem Geld, das er von den Touristen für seine Dienste bekommt,
ernährt er sie. Mohammed war 12 Jahre, und irgendwie klang seine Geschichte unglaubwürdig. Aber er war sehr aufmerksam, neugierig und
angenehm, führte uns zum Kunsthandwerksmarkt, besorgte Coca Cola, kümmerte sich um Sitzgelegenheiten im Schatten. Zwischendurch erzählte
er von seinen Zukunftsplänen. Er wollte Pädiater werden. Allein, dass er dieses Wort kannte, beeindruckte mich sehr.
- Am Kunsthandwerksmarkt fanden wir Mohammed zwei. Der junge Tuareg war im
gleichen Alter. Er hockte am Rand des Geschäfts eines
Tuareghändlers. Zuerst glaubten wir, dieser wäre ein Verwandter, aber sie waren
sich fremd. Mohammed zwei hatte einen kleinen rosa Koffer bei sich, so einen
haben bei uns die Kinder als Handarbeitskoffer. Darin waren seine Schätze, die
er verkaufen wollte. Ein billiger Armreifen, einige Anhänger mit Tuaregmotiven
und zwei Kri-Kri aus rotem gepresstem Leder. Ein Kri-Kri ist eine sehr magische
Sache. Das kleine rote Viereck beinhaltet eine Sure aus dem Koran, das Amulett
trägt man um den Hals und es schützt vor Ungemach, Krankheiten und bösem Zauber.
Man kann in ein Kri-Kri nicht hineinschauen, und natürlich ist es sehr teuer,
ganz besonders für freundliche Touristinnen. Also schoben wir den Gedanken an
den Kauf hinaus. Mohammed der Tuareg und Mohammed der Soraj waren Freunde und
begleiteten uns jetzt beide. Sie zeigten und erklärten uns die
Sehenswürdigkeiten der Stadt und die Gebräuche der Bewohner. In das Haus in dem
Heinrich Barth wohnte und in dem jetzt ein kleines, sandiges Museum ist durften
wir hineingehen und dann vom Dach auf Timbuktu herunterschauen.
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Die sagenhafte Stadt war einmal wegen ihres angeblichen
Goldreichtums berühmt, aber in Timbuktu gibt es seit Jahrhunderten kein Gold
mehr sondern hauptsächlich Saharasand.
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Allerdings zählt die Altstadt von Timbuktu mit ihren
Moscheen und schönen Bürgerhäusern zum Weltkulturerbe. Das wussten auch die
beiden Mohammeds. Sie zählten nicht zu den Armen, sie hatten beide saubere
Kleider, Schuhe und Mohammed der Tuareg hatte sogar eine Armbanduhr! Er wollte
einmal ein großer Händler in den Souks werden. Sie gingen beide zur Schule. Der
Soraj war plötzlich für kurze Zeit verschwunden, dann kam er mit seinen
Schulheften angelaufen. Er konnte gut lesen und schreiben, der Tuareg auch.
Liesl und ich suchten ein Telefon oder ein Internetcaffee. Im Internetcaffee
versanken die beiden Buben hinter einem Computer. Hier nahm Mohammed der Tuareg
seinen Schesch ab, und er hatte die gleiche Frisur wie Mohammed der Soraj.
Sie brachten uns dann zurück zum Hotel. Ich hatte vorher im
Hotel aus zwei kleinen Papierstücken für jeden ein Kri-Kri gemacht. In dem, das
für den Soraj bestimmt war, stand in meinem fehlerhaften, aber dafür magischen
Französisch, dass er einmal ein berühmter Kinderarzt werden wird. In dem Kri-Kri
des jungen Tuareg stand, genauso magisch, dass er einmal ein sehr erfolgreicher
Händler sein wird. Natürlich haben sie das Kri-Kri sofort aufgemacht und
gelesen. Aber wenn sie fest daran glauben, dann wird das auch so sein. Das habe
ich ihnen versprochen. Ich habe kein geheimnisvolles Kri-Kri aus rotem,
gepressten Ledern gekauft. Der kleine Tuareg war einfach zu tüchtig und zu
teuer. Aber sie bekamen jeder einen sehr guten Lohn für die kundige
Stadtführung. Mohammed, der Soraj rannte sofort damit nach Hause. Als er kurz
darauf wiederkam, gab er mir seine Adresse, die er auf ein Stück Karton
geschrieben hatte.
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Mohammed der Tuareg musste noch warten, bis er nach Hause
konnte. Er wohnte weiter draußen in der Sahara und wurde am Abend vom
Geländewagen der Familie oder mit den Kamelen nach hause gebracht.
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Mögen sich ihre Pläne erfüllen.
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Er hockte am Rand des Geschäfts eines Tuareghändlers.