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Bildung und Medizin für die Menschen am Niger
- Hilde Heindl, Wieland Schäffler und Dr. Ingo Riß besuchten die Länder Mali und Burkina Faso in Afrika
- Von Burkhard Weigl, Woche 11/2008, Purkersdorf
- Seit einer Urlaubsreise ins afrikanische Land Mali ist die Gablitzerin Hilde Heindl verzaubert vom schwarzen Kontinent:
Timbuktu und seiner glänzenden Vergangenheit, der berühmten Lehnmoschee in Djenne, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde,
und vom Niger. Der breite Fluß ist die Lebensader des Landes, das zu zwei Drittel aus Wüste besteht.
- Erschüttert war Hilde Heindl hingegen von der bedrückenden Armut, die allerorten sichtbar ist. "Beim Besuch eines Dorfes bekomme ich
als erstes eine Frau zu sehen, die mir ihre Hand hinhält. Die Hand ist angeschwollen, entzündet, eitrig. Wahrscheinlich wird sie an der
Blutvergiftung sterben. Viele Kinder in den Dörfern sind krank. Augen, Nasen und Ohren sind vereitert, viele haben faustgroße
Nabelbrüche."
- Verein "Das Mali-Projekt" will Pinasse finanzieren
- Während der Fahrt mit der Touristen-Pinasse entstand die Idee eines Lehrer- und Doktorschiffes, das mit Hilfe aus Österreich
finanziert werden soll. Der Verein "Das Mali-Projekt" ist seither eine "Vereinigung von Menschen, die nicht länger zuschauen wollen".
Ziel ist die Einrichtung eines fahrplanmäßigen Schiffes zwischen Mopti und Timbuktu, das eine adäquate medizinische Ambulanz und
Lehrer an Bord haben soll.
- Neben der fehlenden medizinischen Versorgung ist nämlich auch die geringe Alphabetisierungsrate ein Hauptgrund für die Armut
in Mali. 80 Prozent der Mädchen und Frauen sowie 70 Prozent der Knaben und Männer können nicht lesen und schreiben.
- Hilde Heindl: "Dort, wo die Infrastruktur fehlt, mangelt es an vielen Selbstverständlichkeiten. An zwei Eckpfeilern der
Basisversorgung, an Bildung und medizinischer Grundversorgung, soll mit diesem Projekt ein paar Zentimeter weitergebaut werden. Und
vielleicht finden wir sogar Nachahmer."
- Seit der Verinsgründung ist aus der Idee schon ein ganz konkretes Projekt geworden, das ab 2009 umgesetzt werden soll: "Unsere
Pinasse wird im Verwaltungsbezirk Mopti drei Dörfer pro Woche anfahren. Zwei Lehrer aus Mali werden in den Dörfern jeweils zwei Tage pro Woche
unterrichten und dann zum nächsten Dorf weiterfahren. Sie werden den Kindern Aufgaben geben, die sie bis zur nächsten Ankunft der Pinasse
zu lösen haben. Die Pinasse und die Lehrer werden jede Woche zurückkommen, sodass die Kinder zwei ganze Tage pro Woche Unterreicht haben.
Es handelt sich in erster Linie um Alphabetisierung von Kindern unterschiedlichen Alters, aber auch Erwachsene können lernen."
- Thema der basalen medizinischen Versorgung wird die Hygiene in den Dörfern sein sowie eine kleine Landarztordination, die
Impfungen gegen Meningitis, Malariabehandlungen und die Behandlung von Infekten der Ohren, Atemwege sowie von kleineren Verletzungen
anbietet. Hilde Heindl ist sich der Grenzen des Projekts aber sehr wohl bewusst: "Schwierige Fälle, zum Beispiel die Klumpfußbehandlung,
werden in die entsprechenden Spitäler geschickt."
- Bei einem von Wieland Schäffler gestalteten Diavortrag im Purkersdorfer Gymnasium konnte das "Mali-Projekt" einen wichtigen
Projektpartner gewinnen. Direktorin Mag. Irene Ille kann sich gut vorstellen, eine Klasse ihrer Schule für eine Kooperation zu gewinnen, die sich
näher mit diesem Land beschäftigen will, das auch in Afrika zu einem der ärmsten und am wenigsten entwickelten zählt.
- Unabhängig vom "Mali-Projekt" Hilde Heindls besuchte auch der Purkersdorfer Ex-Gemeinderat Dr. Ingo Riß im Vorjahr Mali und
das angrenzende Burkina Faso.
- Siedlungen aus Lehmhütten mit Strohdächern
- Riß hatte ähnliche Erlebnisse: "Ein gemieteter Geländewagen (üblicherweise samt Fahrer) brachte uns von der Hauptstadt
Ouagadougou nördlich nach Ouahigouya und weiter nach Norden Richtung Mali. Siedlungen aus Lehmhäusern mit Strohdächern und jede Menge
Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner auf den Straßen. Viel rotbrauner Sand und Staub überall. Es gibt praktisch keine geteerten
Straßen mehr. Die Leute und vor allem die Frauen sind, auch wenn sie Feldarbeit machen, in auffallend bunte Gewänder gekleidet
und tragen allerlei Dinge und Lasten auf ihren Köpfen. Sie sind überaus freundlich.
- Die landesweite Sprache ist Französisch, aber das ist auch für die Bewohner hier eine Fremdsprache, die sie erst in der Schule
lernen und die zumeist nicht fehlerfrei gesprochen wird. Die verschiedenen Volksgruppen oder Ethnien haben alle ihre eigenen,
traditionellen Sprachen. Untereinander können sie sich oft nur auf Französisch unterhalten."
- In Ougadougou traf Ingo Riß auf zwei Bekannte aus Wien, die dort eine beeindruckende Solidaritätsarbeit leisten: Projekte
für burkinische Frauen, sei es im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung oder die Unterstützung von als Hexen verstoßenen
Frauen, Alphabetisierungsmaßnahmen oder Projekte, die das alltägliche Leben von Frauen im Dorf erleichtern.
- Riß: "In Afrika und speziell in Burkina und Mali mangelt es an vielem (und die westliche Welt tut viel dazu, dass es so ist
und bleibt). Die Lebensverhältnisse sind einfach und mühevoll. Die Bekleidungsstücke sind oft zerschlissen. Der Speiseplan ist karg
und besteht hauptsächli